Großaufgebot der Einsatzkräfte bekämpft Hallenbrand

Zell a.H./Biberach

Die Drehleitern aus Zell und Gengenbach waren beim Brand im »Hammergarten« zwischen Zell und Biberach im Einsatz. Aus dem Dach der Halle drang dichter Rauch. ©Dietmar Ruh

Ostern ende­te am Mon­tag­abend für 79 Ein­satz­kräf­te von vier Feu­er­weh­ren, THW, DRK und Poli­zei mit einem Groß­ein­satz: In einer Hal­le im »Ham­mer­gar­ten« zwi­schen Zell a. H. und Biber­ach brann­te es, die Fir­ma CWS behan­delt dort Auto­fel­gen. Der Zwei-Mann-Betrieb ruh­te über die Oster­ta­ge, so dass kei­ne Ver­letz­ten zu bekla­gen sind.

Mit einem Groß­auf­ge­bot von 22 Fahr­zeu­gen und 79 Ein­satz­kräf­ten rück­ten am Oster­mon­tag kurz vor 20 Uhr die Feu­er­weh­ren aus Zell a. H., Biber­ach, Gen­gen­bach und Stein­ach sowie THW, DRK und Poli­zei zu einem Hal­len­brand im Bereich »Ham­mer­gar­ten« zwi­schen Zell und Biber­ach aus. Ein­hei­mi­sche nen­nen den Gebäu­de­kom­plex die »ehe­ma­li­ge Papier­fa­brik«. Anwoh­ner hat­ten über einer Hal­le star­ke Rauch­ent­wick­lung ent­deckt und alar­mier­ten die Feu­er­wehr.

Tech­ni­scher Defekt

In der Hal­le ist die Fir­ma CWS Mie­ter und wid­met sich der Behand­lung von Auto­fel­gen. Die so genann­ten »Ent­la­ckie­rung« erfolgt über Säu­re und Lau­gen­bä­der, die zum Teil erwärmt wer­den. Die Poli­zei ver­mu­tet, dass in der Hal­le durch einen tech­ni­schen Defekt das Feu­er ent­stan­den ist, das sich über die Zwi­schen­de­cke bis unters Dach aus­brei­te­te. »Bei unse­rem Ein­tref­fen war star­ke Rauch­ent­wick­lung in der Hal­le ersicht­lich, jedoch kein offe­nes Feu­er. Nach­dem wir Zugang zur Hal­le hat­ten, wur­de die­se belüf­tet und das nun sicht­ba­re Feu­er gelöscht. Der Brand hat­te sich aller­dings bereits auf die Zwi­schen­de­cke aus­ge­brei­tet«, beschreibt Zells Feuer­wehrkommandant Flo­ri­an Leh­mann die Aus­gangs­la­ge. Leh­mann hat­te die Ein­satz­lei­tung, vor Ort waren auch die Füh­rungs­grup­pe Kin­zig­tal und Kreis­brand­meis­ter Bern­hard Frei.

»Es bestand die Gefahr, dass der Dach­stuhl durch­brennt und sich das Feu­er auf das gesam­te Dach aus­brei­tet. Des­halb wur­de mit Hil­fe der Dreh­lei­ter die Dach­haut geöff­net und das Feu­er von außen gelöscht, teil­wei­se war das Dach bereits durch­ge­brannt«, berich­tet Leh­mann wei­ter.

Par­al­lel zu den Lösch­ar­bei­ten bau­ten die Feu­er­weh­ren umfang­rei­che Rie­gel­stel­lun­gen auf. Falls das Dach der Hal­le in Brand ste­hen wür­de, wäre ein Über­grei­fen auf wei­te­re Hal­len wahr­schein­lich. »Alle Gebäu­de­tei­le sind anein­an­der­ge­baut und es sind kei­ne Brand­ab­schnit­te vor­han­den«, erläu­tert der Kom­man­dant die Schwie­rig­keit des Ein­sat­zes. Dies erschwer­te übri­gens auch den Zugang zum Objekt. Eine Brand­be­kämp­fung von oben war erst mög­lich, nach­dem die Dreh­lei­ter aus Gen­gen­bach direkt neben dem Gebäu­de pos­tiert wur­de.

L 94 kom­plett gesperrt

»Ab 22 Uhr wur­den die Kräf­te vor Ort zum Groß­teil abge­zo­gen, ein Zug war noch bis 1 Uhr im Ein­satz, um Glut­nes­ter abzu­lö­schen und die Ein­satz­stel­le zu kon­trol­lie­ren«, so Leh­mann. Gif­ti­ge Dämp­fe ent­stan­den übri­gens nicht, berich­ten Feu­er­wehr und Poli­zei. Die L 94 war wäh­rend des Groß­ein­sat­zes kom­plett gesperrt. Der Ver­kehr wur­de in Biber­ach und Zell über Unter­en­ters­bach umge­lei­tet.

Den ent­stan­de­nen Scha­den bezif­fert die Poli­zei auf meh­re­re zehn­tau­send Euro. Für CWS bedeu­tet der Brand auch Betriebs­aus­fall, wie der Fir­men­chef am Mon­tag­abend erklär­te. Er erhielt übri­gens eben­falls einen Anruf der Nach­barn und war mit dem Hal­len­schlüs­sel zum Brand­ort geeilt.

Bei einem Innen­an­griff rück­te die Feu­er­wehr dem Brand zu Lei­be. Das Feu­er hat­te da bereits die Zwi­schen­de­cke erreicht. ©Diet­mar Ruh